Aktuelles

Presse und Öffentlichkeitsarbeit | tel  05241.17949-0 | presse(at)walter-bluechert-stiftung.de
Kommunikation | Silke Hanheide

06 Oktober 2016

MIXED UP Preis Ankommen 2016 für „Creativity connected”

MIXED UP WETTBEWERB

für Kooperationen zwischen Kultur und Schule

Durch Zusammenarbeit gewinnen! Unter diesem Motto prämiert der bundesweite MIXED UP Wettbewerb seit 2005 gelungene Modelle der Zusammenarbeit zwischen Trägern der Kulturellen Bildung und Schulen. Der Wettbewerb wird ausgelobt vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ).

Creativity connected

Ein Kooperationsprojekt der Johann-Gutenberg-Realschule, des Paul-Ehrlich-Berufskollegs und dem Projekt „angekommen in deiner Stadt“ Dortmund

„Creativity connected“ heißt aufeinander zugehen, kreativ zusammenarbeiten, Austausch! Spaß! Dortmunder Jugendliche der Johann-Gutenberg-Realschule sowie Jugendliche und junge Erwachsene der Internationalen Förderklasse des Paul-Ehrlich-Berufskollegs, die größtenteils aus Syrien, aus dem Irak, aus Afghanistan und Eritrea stammen, lernen in Kooperation mit dem Projekt „angekommen in deiner Stadt Dortmund“ in gemeinsamen Kreativ-Workshops nicht nur ihre Heimatstadt Dortmund (neu) kennen. Mit Kunst und Kultur entdecken sie die Mitgestaltungsmöglichkeiten einer gemeinsam angelegten Zukunft – unabhängig von ihren ganz unterschiedlichen Biografien.

„Schließlich leben wir alle unter demselben Himmel“, so ein Schüler der Johann-Gutenberg-Realschule. Und um das Stück der Welt darunter mit allen Sinnen zu erkunden, hat er mit seinen Mitschüler/innen der Kunstklasse unter der Leitung von Claudia Werner die Kreativ-Workshop-Reihe „Creativity connected“ selbst entwickelt. Sie sind es auch, die die Workshops – nach einer entsprechenden Fortbildung – anleiten. Sie vermitteln den Schülerinnen und Schülern des Paul-Ehrlich-Berufskollegs in Begleitung von Claudia Horster und Rilana Olschowka mit und ohne Fluchterfahrung einfach anzuwendende künstlerische Techniken, die keine besonderen Vorkenntnisse erfordern.

In dem Workshop „Dreams Typographic Poetry“ verleihen die Jugendlichen ihren Wünschen und Träumen in einer vertonten Animation in PowerPoint Gestalt. Im Workshop „Sounds of Dortmund“ fangen sie, mit Aufnahmegeräten und Handy-Recorder-App ausgestattet, ihre Stadt akustisch ein – vom ratternden Metallzaun über U-Bahn-Geräusche bis hin zum Kassenklingeln. Entstanden ist daraus eine Klangcollage für einen ebenfalls eigens verfassten Willkommenssong für einen Videoclip. In einem dritten Workshop „Fotoshooting auf dem Skywalk“ begeben sich die Teilnehmer/innen in die luftige Höhe des ehemaligen Industriegeländes Phönix-West. In einer Fotoausstellung zum Thema „Freundschaft und Zusammenhalt“ bzw. „Brücken bauen“ sind die Ergebnisse zu sehen. Einige der Motive daraus waren bereits als großformatige Bilder beim internationalen Fest „Ein Ball – eine Welt“ im Signal Iduna Stadion ausgestellt.

Die Schüler/innen lernen in den Workshops aber nicht nur jede Menge für sich selbst. Sie werden zu Multiplikator/innen und geben ihr erworbenes Wissen wiederum an andere Schüler/innen und ihre Familien und Freunde weiter. Ihre Expertise reicht von der Workshop-Konzeption über die Durchführung von Typographic Poetry und Animation bis hin zur Gestaltung mit verschiedensten Medien wie Video, Audio, Fotografie.

Die Jugendlichen – aus welchem Land auch immer sie kommen und welche Geschichte sie mitbringen – erhalten mit den Workshops in Kooperation mit Klaus Banaszak vom Projekt „angekommen in deiner Stadt Dortmund“ elementares Handwerkszeug, um ihre alte wie neue Heimat selbst im Austausch mit anderen gemeinsam zu gestalten – und das mit reichlich  Kreativität (Deutsch), Creativity (Englisch), Creatividad (Spanisch), Kreativitet (Albanisch), Abuurka (Somalisch), الإبداع (Arabisch), Dahiti (Kurdisch).

„Creativity Connected zeigt, wie das ‚Ankommen’ im neuen Lebensumfeld durch künstlerische Aktivitäten und Erfahrungen impulsgebend unterstützt und gestaltet werden kann. Das Miteinander und die enge Zusammenarbeit von Jugendlichen mit und ohne Fluchterfahrung schafft einen wechselseitigen Dialog, der über die gemeinsamen künstlerischen Auseinandersetzungen hinausgeht. Zudem werden die Mitwirkenden im Prozessverlauf  nachhaltig zu Multiplikatoren“, betonte die Fachjury.

Weitere Informationen

Programm „angekommen in deiner Stadt Dortmund“ der Walter Blüchert Stiftung

Johann-Gutenberg-Realschule, Dortmund

Projektseite

Video „Willkommenssong“: https://www.youtube.com/watch?v=iOlDZrD6JR4 

PDF-Präsentation: http://www.jgr-dortmund.de/fileadmin/user_upload/downloads/15_16/creativity_connected_skywalk/creativity_connected_-_Praesentation_Stand_23.06.2016.pdf

Foto: Claudia Werner, Lilli Pazurek, Cora Kirchhoff, Charlotte Sonnabend

weiterlesen

06 September 2016

weiterlesen

03 September 2016

weiterlesen

02 September 2016

Angekommen in deiner Stadt Münster: Sylvia Löhrmann, Prof. Dr. Gunter Thielen, Dr. Marianne Ravenstein, Ingrid Kramer und Markus Lewe (v.l.) zum Projektstart im JAZ (Fotograf: J. Voth)

Angekommen in deiner Stadt Münster: Lern- und Begegnungsstätte im JAZ für junge Geflüchtete eingeweiht

Münster/Düsseldorf/Gütersloh, 2. September 2016. – Auftakt für das Integrationsprogramm angekommen in deiner Stadt Münster“ im Jugendausbildungszentrum JAZ in der Kinderhauser Straße: Schulministerin Sylvia Löhrmann, Oberbürgermeister Markus Lewe und Prof. Dr. Gunter Thielen, Vorstandsvorsitzender der Walter Blüchert Stiftung, haben die Jugendlichen zum Start in das neue Schuljahr begrüßt. Mit dem neuen Projekt unterstützen die drei Kooperationspartner junge Geflüchtete dabei, in Münster tatsächlich anzukommen und ein neues Zuhause zu finden.

Das Projekt angekommen in deiner Stadt“ – bisher bereits in Dortmund, Bielefeld und im Kreis Recklinghausen gestartet – verfolgt das Ziel, Schülerinnen und Schüler der Internationalen Förderklassen an Berufskollegs mit maßgeschneidertem Unterricht auf ihrem Weg zu einem Schulabschluss und beim Übergang in eine Ausbildung zu begleiten und zu unterstützen.

In Münster wurden für die Startphase die sechs städtischen Berufskollegs mit circa 300 Schülerinnen und Schülern ausgewählt: das Adolph-Kolping-Berufskolleg, das Anne-Frank-Berufskolleg, das Hansa-Berufskolleg, das Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg, das Hans-Böckler-Berufskolleg und das Ludwig-Erhard-Berufskolleg machen mit. Weitere werden bis zum Jahresende folgen.

Dr. Marianne Ravenstein, Prorektorin der Westfälischen Wilhelms-Universität, unterstrich als wichtige Projektpartnerin der Stadt das Engagement der Universität für die Integrationsinitiative.

Schülerinnen und Schüler der Internationalen Förderklassen konnten zeigen, was für sie „ankommen“ bedeutet, indem sie in filmischen Beiträgen ihren Alltag darstellten, medial vermittelte Projekte sowie Ergebnisse aus dem berufspraktischen Unterricht präsentierten. Auch selbst gemachte internationale Häppchen, die den Gästen der Veranstaltung angeboten wurden, gehörten dazu.

„Ich freue mich sehr“, so Schulministerin Sylvia Löhrmann, „gemeinsam mit unseren Partnern das Projekt ‚angekommen in deiner Stadt‘ heute auch in Münster eröffnen zu können. Uns eint das Ziel, dass die neu zugewanderten Jugendlichen und jungen Erwachsenen gute Bildungschancen erhalten. Das Projekt ‚angekommen‘ verknüpft hierzu beispielhaft schulische und berufliche Bildung mit verschiedenen Angeboten außerhalb der Schulzeit. Die jungen Menschen werden eng begleitet und dabei unterstützt, für ihre Zukunft zu lernen und am Leben in Schule und Alltagsumfeld erfolgreich teilhaben zu können.“ Das Schulministerium unterstützt das Programm an allen vier Standorten mit je einer zusätzlichen Lehrerstelle.

Oberbürgermeister Markus Lewe sagte: „An einem neuen Ort anzukommen und heimisch zu werden ist nicht immer einfach. Deshalb ist sehr erfreulich, dass hier im JAZ in Münster junge Menschen mit offenen Armen empfangen werden und sie die Unterstützung finden, die ihnen einen guten Start in die Schule und in den Alltag erleichtert.“

Gunter Thielen, Vorstandsvorsitzender der Walter Blüchert Stiftung, erläuterte das Erfolgskonzept: „Unser ‚angekommen‘-Programm hat zwei tragende Säulen: Die gezielte, individuelle Förderung in den Berufskollegs und die Betreuung außerhalb der Schulzeit – mit zahlreichen Bildungsangeboten und Rückzugsmöglichkeiten an einem geschützten Ort. Ich freue mich, dass die Stadt Münster hier im JAZ eine ideale Begegnungsstätte zur Verfügung stellt, die auch den Kontakt mit jungen Menschen aus Deutschland ermöglicht. Dieser Austausch trägt ganz wesentlich zur Integration bei und fördert das Verständnis für einander.“

In Münster entsteht in den Räumen des JAZ eine zentrale Anlaufstelle für die jungen Flüchtlinge. Sie dient als außerschulischer Lernort und Wohlfühlstätte, um in der neuen Heimat anzukommen. Unter der Leitung von Andjela Rakowski und Annette van Bebber bieten pädagogische Fachkräfte Beratung und Unterstützung an: begleitetes Selbstlernen, Alltagshilfen, Angebote zur Persönlichkeitsentwicklung, zum Beispiel in den Bereichen Kultur und Sport, aber auch Unterstützung bei der beruflichen Orientierung. Dabei arbeiten die Projektverantwortlichen mit zahlreichen lokalen Münsteraner Partnern zusammen.

Website: http://www.an-ge-kommen.de/muenster/

 


Kontakte für Rückfragen:

Pressestelle Ministerium für Schule und Weiterbildung NRW, 
Tel. 0211-5867-3505, presse@remove-this.msw.nrw.de

Presseamt der Stadt Münster, Tel. 02 51/4 92-1301,
E-Mail: presseamt@remove-this.stadt-muenster.de

Dr. Ulrike Naim, Kommunikation Walter Blüchert Stiftung, Tel. 0152-31066167, E-Mail: presse@walter-bluechert-stiftung.de

weiterlesen

27 August 2016

Angekommen – und dann?

BILDUNG/SOZIALES. Ankommen in einer fremden Stadt, in einem fremden Land: aktuell ein Schicksal vieler Jugendlicher in Deutschland. „Geflüchtete junge Menschen bringen viel Mut und den starken Willen mit, sich ein besseres Leben aufzubauen“, betont Prof. Dr. Gunter Thielen, Vorstandsvorsitzender der Gütersloher Walter Blüchert Stiftung. „Wir müssen sie dabei aktiv unterstützen.“ Diese Unterstützung will die Stiftung gemeinsam mit dem NRW-Schulministerium und dem Kreis Recklinghausen mit dem Kooperationsprojekt „Angekommen in deiner Stadt“ geben, das jetzt im Kreis gestartet ist. „Gute Bildungschancen ermöglichen gesellschaftliche Teilhabe“, so NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann, die am 22. August im Rahmen einer Feierstunde gemeinsam mit Landrat Cay Süberkrüb und Prof. Thielen die Kooperationsvereinbarung in Recklinghausen unterzeichnet hat. „’Angekommen in deiner Stadt‘ trägt dazu bei, dass zugewanderte Jugendliche in NRW gut ankommen und sich angenommen fühlen. Bildung, Betreuung und Begleitung gehen dabei Hand in Hand“, so Löhrmann weiter. Das Projekt, das bereits in Dortmund, Bielefeld und Münster läuft, verfolgt das Ziel, Schülerinnen und Schüler der Internationalen Förderklassen an Berufskollegs auf ihrem Weg zu einem Schulabschluss und beim Übergang in eine Ausbildung zu begleiten und zu unterstützen. Die Ausgangslage der jungen Menschen ist dabei individuell sehr unterschiedlich. Deshalb gehört flexibler, maßgeschneiderter Unterricht ebenso zum Programm, wie Betreuung und Begleitung außerhalb der Schule und eine Lern- und Begegnungsstätte als geschützter Rückzugsraum. Nachmittags sowie in Ferienzeiten erhalten die Jugendlichen zusätzliche Angebote: begleitetes Selbstlernen, Alltagshilfen, Angebote zur Persönlichkeitsentwicklung, zum Beispiel in Kultur und Sport, sowie Unterstützung bei der beruflichen Orientierung. Acht Berufskollegs im Kreis, an denen Internationale Förderklassen eingerichtet sind, beteiligen sich am Programm. Aktuell werden dort rund 500 Schüler unterrichtet. „Angekommen in deiner Stadt“ hat zunächst eine Laufzeit von drei Jahren. Das Schulministerium unterstützt das Programm mit einer zusätzlichen Lehrerstelle. Diese übernimmt die pädagogische Leitung des Projekts, wirkt bei der Betreuung, Beratung und Berufsorientierung der Schülerinnen und Schüler mit und arbeitet eng mit den lokalen Akteuren zusammen. „Integration kann nur gelingen, wenn die Neuankömmlinge Zukunftsperspektiven entwickeln können“, so Thielen weiter. „Wir sind überzeugt: Individuelle Begleitung auf dem Weg in unser Schul- und Ausbildungssystem leistet den wichtigsten Beitrag zur Integration und kommt nicht nur den jungen Menschen, sondern unserer Gesellschaft insgesamt zugute.“ Doch auch jene, um die sich das Projekt dreht, sind bei der Feierstunde zu Wort gekommen: Jugendliche Flüchtlinge, die am Paul-Spiegel- Berufskolleg in Dorsten zur Schule gehen, haben in einem kurzen Theaterstück anschaulich gezeigt, was auf Flüchtlinge einprasselt, wenn sie in Deutschland ankommen, aber auch, was sie hier zu schätzen wissen: Sicherheit, Menschlichkeit und vieles mehr. 

INFO: Die Walter Blüchert Stiftung ist eine deutsche Förderstiftung mit dem Ziel, Menschen in prekären Lebenslagen bei der Überwindung gesellschaftlicher Barrieren zu unterstützt. Durch das Fördern und Verbreiten von Modellprojekten will sie gesellschaftliche Veränderung erreichen. Das Spektrum reicht von der Förderung und Begleitung benachteiligter Grundschulkinder über Übergangsmanagement in Schul- und Ausbildungsmaßnahmen bis hin zur Einbeziehung von Senioren in Mentorenprogramme für junge Menschen. Mehr Informationen zur Stiftung und zum Projekt „Angekommen in deiner Stadt“ gibt es unter www.an-ge-kommen.de.

Foto: NBM

 

Artikel im Kurier zum Sonntag.

weiterlesen