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Kommunikation | Silke Hanheide

26 November 2015

Für kulturelle Identität und die Rolle der Religion sensibilisieren

Dortmund / Gütersloh, 26.11.2015. Im Modellprojekt „angekommen in deiner Stadt Dortmund“ stellen die Kooperationspartner vom Fachbereich Schule der Stadt Dortmund, das NRW Schulministerium und die Walter Blüchert Stiftung ein individuelles und umfangreiches Bildungsangebot für junge Flüchtlinge bereit, damit sich die Neuankömmlinge in ihrer neuen Heimat besser und schneller integrieren können.

Über kulturelle und religiöse Phänomene

Seit kurzem ist Aliya Malik als freie Mitarbeiterin in diesem Programm tätig. In einem Kurs für Schülerinnen und Schüler der Willkommensklassen in den Dortmunder Berufskollegs vermittelt sie Informationen über ausgewählte kulturelle und religiöse Phänomene, die in den verschiedenen Herkunftsländern sowie in der hiesigen Gesellschaft eine wichtige Rolle spielen. Insbesondere leitet sie die Jugendlichen an, sich mit islamisch-religiösen und islamisch-kulturellen Phänomenen auseinanderzusetzen und darüber nachsinnen, in welcher Form diese Ideen und Praktiken adäquat in westlichen Gesellschaften umgesetzt werden können - oder auch nicht.

Die Verantwortlichen des Modellprojektes sehen in diesem Angebot eine Chance, die Flüchtlinge emotional anzusprechen und dafür präventiv Sorge zu tragen, diese teilweise traumatisierten Jugendlichen für die Auseinandersetzung mit dem Thema „Kulturelle Identität und Religion“ respektive Islam zu sensibilisieren. Gleichzeitig werden sie an die deutsche oder westliche Kultur und deren Verständnis von Religion herangeführt, um Missverständnisse zu beseitigen und eine erfolgreiche Integration zu fördern.

Transnationale Identitäten stärken

„Der Kurs zielt darauf ab, die neu entstandenen transnationalen Identitäten der jungen zugewanderten Menschen zu stärken und sie dabei zu unterstützen, ihre vorhandenen und neu entdeckten Fähigkeiten für die deutsche Gesellschaft einzubringen“, sagt Aliya Malik, deren Eltern aus Pakistan stammen. Bei ihrer Unterrichtsreihe wird die junge Ethnologin von einem pensionierten Gymnasiallehrer der Fächer Deutsch und Religion begleitet

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23 November 2015

Im BVB-Trikot vom Fußball-Training zum Sprachunterricht: Die angekommen-Schüler sind mit Begeisterung dabei.

Gruppenbild mit angekommen-Projektleiter Wolfgang Euteneuer (hellblaue Jacke): Rund 30 Schüler der Dortmunder Berufskollegs nehmen am Fußball- und Sprachtraining teil.

Prominentes Coaching: BVB-Co-Trainer Arno Michels unterstützt die Aktion "Willkommen im Fußball" persönlich auf dem Platz.

Neues Projekt mit Fußball- und Sprachtraining am 18.11.2015 gestartet

Einzigartiges Willkommensbündnis für junge Flüchtlinge in Dortmund

Dortmund, 23.11.2015. –  Eigentlich hatte sich Wolfgang Euteneuer, Projektleiter „angekommen“ in Adam´s Corner, beim Dortmunder BVB nur für die 200 Eintrittskarten bedanken wollen, die der Verein den fußballbegeisterten jungen Flüchtlingen zur Verfügung gestellt hatte. Sein Bericht über das „angekommen“-Programm, das die Walter Blüchert Stiftung zusammen mit der Stadt Dortmund und dem NRW-Schulministerium entwickelt hat, führte zu einem einzigartigen Willkommensbündnis für ein neues Projekt, das den Jugendlichen ab November 2015 zugutekommt: Fußball- und Sprachtraining – “Willkommen im Fußball“.

Fußball, Essen und Deutschkurs

Rund 30 Schüler des Programms „angekommen“ im Alter von 16 bis 25 Jahren erhalten ab dem 18. November 2015 jeden Mittwoch ein 90-minütiges professionelles Fußballtraining, dazu ein warmes Mittagessen und anschließend verpflichtend einen 1-stündigen Deutschkurs im Tagungsraum des Vereins TSC Eintracht Dortmund.

Zahlreiche Förderer

Das Projekt „Willkommen im Fußball“ wird von der BVB-Stiftung "leuchte auf" (Trainer, Ausstattung / Sportkleidung, Material für den Deutschkurs), der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung Berlin (DKJS) sowie vom TSC Eintracht Dortmund (Sportplätze, Umkleidekabinen mit Duschen, Schul- und Essensräume, Trainer, Material für das Fußballangebot) unterstützt.
Gleich mehrere Förderer haben sich zu diesem Willkommensbündnis zusammengeschlossen. Die Kosten von rund 10.000 Euro teilen sich die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung Berlin, der BVB, der TSC Eintracht Dortmund und die Deutsche Fußballliga. Die Firma Puma kleidet alle Spieler ein.
Die Koordination, Organisation und Betreuung vor Ort hat Wolfgang Euteneuer, übernommen. „Mein Job besteht nun darin, aus den ca. 30 Schülern, die mir von unseren Berufskollegs genannt werden, ein Team zusammen zu stellen“, sagt der „angekommen“-Projektleiter. In seiner Freizeit trainiert er übrigens den FC Landtag NRW, die Kicker des Düsseldorfer Landesparlaments.

Langfristig Trainerqualifikationen geplant

Langfristig können sich Geflüchtete, die Interesse an einer Trainertätigkeit haben, als (Co-) Trainer in dem Projekt engagieren und erste Praxiserfahrungen sammeln. Perspektivisch sind außerdem Trainerqualifikationen für interessierte junge Flüchtlinge geplant.

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21 November 2015

Die erste Trainingseinheit

Arno Michels trainiert Flüchtlinge für "Willkommen im Fußball"

Mitspieler gesucht

"Willkommen im Fußball" - Anstoß für Fußballtraining mit Flüchtlingen

Sie heißen Mohammed, Ismael und Khalif, sind zwischen 16-20 Jahren alt und als unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Am vergangenen Mittwoch hatten sie noch eines gemeinsam: Zusammen mit 25 anderen jungen Geflüchteten nahmen sie am ersten Fußballtraining von  „Willkommen im Fußball“ in Dortmund teil. Wir haben sie dabei begleitet.

Mittwoch, gegen 14 Uhr:  Der Sturm bläst über das Trainingsgelände der Eintracht in Dortmund, dahinter sieht man die Pylonen des nahen Westfalenstadions in der Nachmittagssonne leuchten.  28 Jugendliche in schwarz-gelben Trikots kommen auf den Platz gelaufen. Die BVB-Trikots tragen die Aufschrift #refugees welcome. Das letzte Mal wurden sie noch von den Profis der Borussia anlässlich eines Aktionsspieltags getragen, nun dienen sie den Jugendlichen, die überwiegend aus Syrien, Afghanistan, dem Iran, Irak, Somalia und Eritrea kommen, als Trainingskleidung.
 
Auf dem Platz werden sie von BVB Co-Trainer Arno Michels und BVB-Jugendtrainer Marvin Mainoo-Boakye schon erwartet. Zusammen mit Mats Kieserling vom TSC werden sie die nächsten 90 Minuten das erste Training leiten. „Ich bin schon sehr gespannt darauf, was die Jungs am Ball können“, freut sich Arno Michels, der die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen hat.

Und das ist nicht wenig, wie sich später noch zeigen soll. Denn kicken kann jeder der Jugendlichen ganz passabel, die von den verschiedenen Berufskollegs, die sie besuchen, für das Projekt angemeldet wurden. Nach einer kurzen Ansprache im Kreis und dem Aufwärmen werden zwei Gruppen gebildet und dann geht’s auch schon los.

Nichts unterscheidet die Kids auf dem Platz von einer ganz normalen Fußballmannschaft. Wenn der Ball rollt, ist vergessen, dass man den Anderen vielleicht erst ein paar Minuten vorher kennengelernt hat. Dass der eigene Aufenthaltstatus ungeklärt ist und man nicht weiß, wie lange man überhaupt hier ist und was danach kommt. Dass man auf dem Weg nach Deutschland Heimat, Familie oder Freunde verloren hat. Kommandos werden gerufen, Lachen und Applaus wehen über den Platz zu uns an die Seitenlinie, wenn das Tor im Spiel auf dem Kleinfeld mal wieder getroffen wurde.

So soll es von nun an jeden Mittwochnachmittag ablaufen. Die Jugendlichen fahren mittags nach der Schule direkt zum Sportgelände der TSC Eintracht in die Victor-Toyka-Straße. Im dortigen Vereinsrestaurant bekommen sie einen kleinen Snack, bevor um 14:30 Uhr für alle das Training beginnt. Nach den 90 Minuten auf dem Platz wartet in den oberen Räumlichkeiten der Geschäftsstelle in Gestalt von Friedel Knoch dann noch eine zweite Halbzeit auf die Jugendlichen: 45 Minuten Deutschkurs.
 
Die erste Trainingseinheit
„Wie lange seid ihr in Deutschland“, fragt Wolfgang Euteneuer vom Projekt „Angekommen“ zu Beginn des Kurses die Jugendlichen, um ihre Deutschkenntnisse einzuschätzen. Einige wenige Geflüchtete sind schon seit zwei Jahren in Deutschland, die meisten anderen zwischen einem Jahr und erst wenigen Monaten. Schnell wird klar: Ab nächster Woche wird der Deutschkurs in zwei Gruppen mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad stattfinden. Fußballvokabular inbegriffen.

Und noch eins stellt sich schnell heraus: Fußball schafft eine Verbindung, die mit wenig Worten auskommt. Denn kurz danach bin ich dran und stelle schwatzgelb.de und mögliche gemeinsame Aktivitäten vor. Bei  „zusammen Fußball gucken“ und „Stadion“ nicken die ersten freudig. Wie schon vorhin auf dem Platz ist die Stimmung sehr freundlich, der Umgang miteinander offen und locker. Einer ruft einen Scherz in den Raum, alle lachen. Auf meine Frage, wer denn schon mal in unserem Stadion war, gehen mehrere Hände hoch. Diese Jungs waren vor kurzem dabei, als die BVB-Stiftung „Leuchte auf“ Flüchtlinge zum Euroleague-Spiel gegen den FK Qabala  eingeladen hatte. „Ob sie denn gerne wieder hingehen würden?“ Noch mehr Hände gehen hoch.

Und so werden wir die Gruppe in den nächsten Wochen immer mal wieder begleiten, uns besser kennen lernen und ihnen unsere Stadt und unseren Fußball näherbringen. Und hier in loser Reihenfolge von unseren gemeinsamen Erlebnissen und Erfahrungen berichten.

Wer selbst gerne einen Teil dazu beitragen möchte, ist herzlich eingeladen. „Borussia Dortmund möchte für eine funktionierende Integration von insbesondere jugendlichen Geflüchteten sorgen. Die gesamte BVB-Familie kann dabei behilflich sein“, sagt auch Marco Rühmann, Stiftungsmanager von „leuchte auf“ und meint damit ein breites Engagement auf und abseits des Platzes.

Denn das Fußballtraining ist so angelegt, dass es auch Plätze für interessierte Borussen und Hobbyfußballer bietet. Eine regelmäßige Teilnahme ist erwünscht. Der Kontakt kann über uns hergestellt werden. Frönt ihr Eurer Fußball-Leidenschaft lieber mit den Augen statt den Füßen, habt eher am Abend oder Wochenende Zeit und Spaß an gemeinsamen Unternehmungen, seid ihr bei uns trotzdem an der richtigen Adresse. Schreibt eine Mail an flutlicht@remove-this.schwatzgelb.de und wir werden zusammenfinden.
 
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„Willkommen im Fußball“ ist ein bundesweites Programm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, gefördert von der Bundesliga-Stiftung und der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. Dahinter steht die Kooperation eines Vereins der 1. oder 2. Bundesliga mit lokalen Bildungsträgern, bürgerschaftlichen Initiativen oder kommunalen Akteuren sowie Amateurfußballvereinen. Ziel ist es, jungen Geflüchteten bis 27 Jahre durch niedrigschwellige Angebote den Zugang zu Sport zu ermöglichen sowie Integration und das gesellschaftliche Miteinander zu unterstützen. Jedes Willkommensbündnis ist zunächst auf zwei Jahre angelegt und erhält eine finanzielle Förderung von 11.500 Euro. Die BVB-Stiftung „Leuchte auf“ erhöht diesen Betrag nochmal um 4.000€.

„Willkommesbündnisse“ gibt es bereits in 20 Bundesligastädten. Und nun auch in Dortmund: Mit Borussia Dortmund und dem TSC Eintracht Dortmund haben zwei Schwergewichte im Profi- und Amateursport als Ausrichter der wöchentlich stattfindenden Trainingseinheiten zusammengefunden.  Darüber hinaus komplettieren das Projekt „Angekommen“ der Walter Blüchert Stiftung und wir als schwatzgelb.de über unsere Aktion „Flutlicht“ das Dortmunder Willkommensbündnis mit integrativem Engagement.

Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung des BVB.
Ramona , 21.11.2015

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18 November 2015

Flüchtlingshilfe von Borussia Dortmund

Dortmund / Gütersloh, 18.11.2015. Heute  startet ein neues Projekt der BVB-Stiftung „leuchte auf“, das jugendlichen Flüchtlingen im Alter zwischen 16 und 20 in den kommenden zwei Jahren bei der Integration in die Gesellschaft behilflich ist. Ausgewählt werden die Teilnehmer von der Walter Blüchert Stiftung, die mit ihrem Programm „Angekommen“ auch ehrenamtliche Deutschlehrer und Sozialpädagogen zur Verfügung stellt.

Alle teilnehmenden Jugendlichen bekommen von Borussia Dortmund eine Trainingsausrüstung leihweise zur Verfügung gestellt, die Brustbeflockung „Refugees Welcome“ auf den Trainingspullis ist dabei Ausdruck gelebter Willkommenskultur.

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18 November 2015

Projekt FideS – Fit in der deutschen Schule:

Dortmund, 18.11.2015. – Fünf Fördergruppen des Flüchtlingsprojektes „angekommen in deiner Stadt Dortmund“ erhalten in Adam´s Corner, dem Gebäude der ehemaligen Hauptschule Innenstadt West, im Schuljahr 2015/16 für insgesamt 31 Wochen jeweils zwei Wochenstunden zusätzlichen Deutschunterricht. Das ermöglicht die Initiative FideS (Fit für die deutsche Schule) des Rotary Clubs Dortmund-Romberg.

„Wir freuen uns, dass wir mit Lehramtsstudierenden der TU Dortmund den jugendlichen Flüchtlingen und Zugereisten emotionale und sprachliche Unterstützung bieten können“, sagt Prof. Dr. Bernd Ralle von der Fakultät für Chemie der Hochschule, zurzeit als Rotarier für Gemeindienst verantwortlich. Auch Prof. Dr. Gunter Thielen, Vorstandsvorsitzender der Walter Blüchert Stiftung, begrüßt die Zusammenarbeit: „Eine willkommene Unterstützung. Die deutsche Sprache ist für alle Neuankömmlinge die wichtigste Basis, um in unserem Lande Fuß zu fassen und wirklich anzukommen.“

Studentische Förderlehrer

Zehn Studierende des Lehramtes an der TU Dortmund, die vom Dortmunder Kompetenzzentrum für Lehrerbildung und Lehr-/Lernforschung (DoKoLL) ausgewählt wurden, sind jetzt als Studentische Förderlehrer im Einsatz – jeweils fünf Studierende der Sonderpädagogik mit dem Schwerpunkt Emotionale und Soziale Entwicklung und fünf Lehramtsstudierende mit dem Fach Deutsch und einem weiteren Fach.

Sie erhielten eine vorbereitende Ausbildung, bei der es im Schwerpunkt um Deutsch an der Grenze zwischen Fremd- und Zweitsprache ging, aber auch um das Thema Unterstützung bei Traumatisierung.

Fünf Tandems für 40 Schüler

Die fünf Lehrer-Tandems unterrichten ca. 40 Schülerinnen und Schüler zwischen 16 und 19 Jahren, also acht pro Gruppe, die zwar in lateinischer Schrift alphabetisiert sind, aber keine Vorkenntnisse in Deutsch haben. Angestrebt wird der Hauptschulabschluss nach Klasse 9. Für drei Tandems tragen die Rotarier die Kosten, für zwei das „angekommen“-Projekt. Organisiert wird diese Kooperation vom Verein „Dortmund steht zur Sprache“ (DOsS e. V.).

Ansprechpartner

Wer sich für weiterführende Informationen interessiert: Ansprechpartner für das Projekt "angekommen in deiner Stadt Dortmund" ist Wolfgang Euteneuer (weuteneuer@remove-this.stadtdo.de).
Für den Rotary Club Dortmund-Romberg ist es Prof. Dr. Bernd Ralle (bernd.ralle@remove-this.tu-dortmund.de),
für DOsS Dr. Elmar Winters-Ohle (elmar.winters-ohle@remove-this.tu-dortmund.de) sowie für das DoKoLL der TU Dortmund Dr. Bettina Seipp (bettina.seipp@remove-this.tu-dortmund.de).

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