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30 November 2015

Leben in Deutschland – Leben in Dortmund

Unterrichtsreihe für junge Flüchtlinge in Adam´s Corner

Dortmund, 30.11.2015. – Mit der Unterrichtsreihe „Leben in Deutschland – Leben in Dortmund“ möchte das Dortmunder Gisbert-von-Romberg-Berufskolleg den Jugendlichen in der Willkommensklasse des Programms angekommen Orientierungshilfe geben. „Unser Projekt hat das Ziel, junge Menschen mit unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion das Leben in Deutschland zu erleichtern“, sagt Bianca Euteneuer, die jeweils freitags als Honorarkraft im „Adams Corner“, dem Gebäude des Projektes „angekommen in deiner Stadt Dortmund“ im Einsatz ist.

Persönlich, spielerisch und partizipativ

Dabei geht es nicht nur um die Verbesserung sprachlicher Kompetenz, sondern auch um Wissensaneignung in den unterschiedlichsten Bereichen, wie z.B. „Lebensweisen und Rituale“, „Rechte und Pflichten“, „Bildung und Arbeit“ und auch „Wohnen und Freizeit.“ Auch „Politische Bildung“ wird sowohl im landes- und bundespolitischen Kontext als auch im Bereich der Kommunalpolitik thematisiert.

Die Basis für ein gutes Lernklima bilden persönliche Begegnungen. Spielerische Elemente kommen methodisch zum Einsatz. Alle Module werden partizipativ, also in Zusammenarbeit mit den Schülern, gefüllt und sind bedarfsgerecht auch austauschbar.

Mehrere Unterrichts-Module
Die Unterrichtreihe ist in mehrere Module gegliedert – zum Beispiel:
-       „Wer, wie, was?“ – Kennenlernen von Person, Wunsch und Bedürfnis (Wissen / Bedürfnisse abfragen; Methoden wie „Flüstergespräche“)
-       „Wortschatzerweiterung, spielend gelernt“ – mit Spielen Lernen von Wörtern, Lernen von Erklärungen (Tabu Spiel und ein Begriffe-Spiel)
-       „Sport als Lernfeld in Theorie und Praxis – Fußball ABC (Spezifische Begriffe, Förderung des Teamgeistes; Regeln und Spielaufstellung)
-       „Auf Achse in meiner Stadt“ – eine Stadt-Rallye durch Dortmund (Entdecken von besonderen Punkten, Anleitungen zu lesen und zu verstehen)
-       „Esskultur in Theorie und Praxis“ – Essen von Allen für Alle (Erlernen verschiedener Esskulturen, Rezepte, gemeinsames Essen in der Mittagspause)
-       „Rechte und Pflichten, Verbote und Gebote“ (als Gast: ein Polizist aus der Stadt)        
-       „Politischer Bildung in Bund, Land und Kommune“ (Besuch im Rathaus mit Rathausführung durch den Bezirksbürgermeister und Politikern)
-       „Lebensplanung – Berufsplanung“ – Meine Idee von mir und meiner Zukunft.


Mit dem Alltag vertraut machen

Bianca Euteneuer, ausgebildete Diplom Sozialpädagogin, hat diese Unterrichtsreihe speziell für die Willkommensklassen des Projektes angekommen in deiner Stadt Dortmund entwickelt. Sie bringt ihre Erfahrungen aus ihrer hauptamtlichen Tätigkeit als Leiterin der Abteilung Kinder- und Jugendarbeit des Jugendamtes der Stadt Ennepetal mit ein.

„Wenn wir erreichen möchten, dass die jungen Flüchtlinge wirklich bei uns ankommen und sich hier zu Hause fühlen, müssen wir sie mit unserem Alltag und dem Leben in Deutschland vertraut machen und ihnen die Unterstützung geben, die sie brauchen“, sagt sie und ist überzeugt: „Der Wissensdrang und die Lust auf die Erkundung ihrer neuen Umgebung ist bei allen Jugendlichen ganz gewaltig. Die Jugendlichen sind interessiert und fleißig. Das können auch Sprachbarrieren nicht aufhalten.“

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26 November 2015

Für kulturelle Identität und die Rolle der Religion sensibilisieren

Dortmund / Gütersloh, 26.11.2015. Im Modellprojekt „angekommen in deiner Stadt Dortmund“ stellen die Kooperationspartner vom Fachbereich Schule der Stadt Dortmund, das NRW Schulministerium und die Walter Blüchert Stiftung ein individuelles und umfangreiches Bildungsangebot für junge Flüchtlinge bereit, damit sich die Neuankömmlinge in ihrer neuen Heimat besser und schneller integrieren können.

Über kulturelle und religiöse Phänomene

Seit kurzem ist Aliya Malik als freie Mitarbeiterin in diesem Programm tätig. In einem Kurs für Schülerinnen und Schüler der Willkommensklassen in den Dortmunder Berufskollegs vermittelt sie Informationen über ausgewählte kulturelle und religiöse Phänomene, die in den verschiedenen Herkunftsländern sowie in der hiesigen Gesellschaft eine wichtige Rolle spielen. Insbesondere leitet sie die Jugendlichen an, sich mit islamisch-religiösen und islamisch-kulturellen Phänomenen auseinanderzusetzen und darüber nachsinnen, in welcher Form diese Ideen und Praktiken adäquat in westlichen Gesellschaften umgesetzt werden können - oder auch nicht.

Die Verantwortlichen des Modellprojektes sehen in diesem Angebot eine Chance, die Flüchtlinge emotional anzusprechen und dafür präventiv Sorge zu tragen, diese teilweise traumatisierten Jugendlichen für die Auseinandersetzung mit dem Thema „Kulturelle Identität und Religion“ respektive Islam zu sensibilisieren. Gleichzeitig werden sie an die deutsche oder westliche Kultur und deren Verständnis von Religion herangeführt, um Missverständnisse zu beseitigen und eine erfolgreiche Integration zu fördern.

Transnationale Identitäten stärken

„Der Kurs zielt darauf ab, die neu entstandenen transnationalen Identitäten der jungen zugewanderten Menschen zu stärken und sie dabei zu unterstützen, ihre vorhandenen und neu entdeckten Fähigkeiten für die deutsche Gesellschaft einzubringen“, sagt Aliya Malik, deren Eltern aus Pakistan stammen. Bei ihrer Unterrichtsreihe wird die junge Ethnologin von einem pensionierten Gymnasiallehrer der Fächer Deutsch und Religion begleitet

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23 November 2015

Im BVB-Trikot vom Fußball-Training zum Sprachunterricht: Die angekommen-Schüler sind mit Begeisterung dabei.

Gruppenbild mit angekommen-Projektleiter Wolfgang Euteneuer (hellblaue Jacke): Rund 30 Schüler der Dortmunder Berufskollegs nehmen am Fußball- und Sprachtraining teil.

Prominentes Coaching: BVB-Co-Trainer Arno Michels unterstützt die Aktion "Willkommen im Fußball" persönlich auf dem Platz.

Neues Projekt mit Fußball- und Sprachtraining am 18.11.2015 gestartet

Einzigartiges Willkommensbündnis für junge Flüchtlinge in Dortmund

Dortmund, 23.11.2015. –  Eigentlich hatte sich Wolfgang Euteneuer, Projektleiter „angekommen“ in Adam´s Corner, beim Dortmunder BVB nur für die 200 Eintrittskarten bedanken wollen, die der Verein den fußballbegeisterten jungen Flüchtlingen zur Verfügung gestellt hatte. Sein Bericht über das „angekommen“-Programm, das die Walter Blüchert Stiftung zusammen mit der Stadt Dortmund und dem NRW-Schulministerium entwickelt hat, führte zu einem einzigartigen Willkommensbündnis für ein neues Projekt, das den Jugendlichen ab November 2015 zugutekommt: Fußball- und Sprachtraining – “Willkommen im Fußball“.

Fußball, Essen und Deutschkurs

Rund 30 Schüler des Programms „angekommen“ im Alter von 16 bis 25 Jahren erhalten ab dem 18. November 2015 jeden Mittwoch ein 90-minütiges professionelles Fußballtraining, dazu ein warmes Mittagessen und anschließend verpflichtend einen 1-stündigen Deutschkurs im Tagungsraum des Vereins TSC Eintracht Dortmund.

Zahlreiche Förderer

Das Projekt „Willkommen im Fußball“ wird von der BVB-Stiftung "leuchte auf" (Trainer, Ausstattung / Sportkleidung, Material für den Deutschkurs), der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung Berlin (DKJS) sowie vom TSC Eintracht Dortmund (Sportplätze, Umkleidekabinen mit Duschen, Schul- und Essensräume, Trainer, Material für das Fußballangebot) unterstützt.
Gleich mehrere Förderer haben sich zu diesem Willkommensbündnis zusammengeschlossen. Die Kosten von rund 10.000 Euro teilen sich die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung Berlin, der BVB, der TSC Eintracht Dortmund und die Deutsche Fußballliga. Die Firma Puma kleidet alle Spieler ein.
Die Koordination, Organisation und Betreuung vor Ort hat Wolfgang Euteneuer, übernommen. „Mein Job besteht nun darin, aus den ca. 30 Schülern, die mir von unseren Berufskollegs genannt werden, ein Team zusammen zu stellen“, sagt der „angekommen“-Projektleiter. In seiner Freizeit trainiert er übrigens den FC Landtag NRW, die Kicker des Düsseldorfer Landesparlaments.

Langfristig Trainerqualifikationen geplant

Langfristig können sich Geflüchtete, die Interesse an einer Trainertätigkeit haben, als (Co-) Trainer in dem Projekt engagieren und erste Praxiserfahrungen sammeln. Perspektivisch sind außerdem Trainerqualifikationen für interessierte junge Flüchtlinge geplant.

Zur Stiftung »BVB leuchtet auf«

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18 November 2015

Projekt FideS – Fit in der deutschen Schule:

Dortmund, 18.11.2015. – Fünf Fördergruppen des Flüchtlingsprojektes „angekommen in deiner Stadt Dortmund“ erhalten in Adam´s Corner, dem Gebäude der ehemaligen Hauptschule Innenstadt West, im Schuljahr 2015/16 für insgesamt 31 Wochen jeweils zwei Wochenstunden zusätzlichen Deutschunterricht. Das ermöglicht die Initiative FideS (Fit für die deutsche Schule) des Rotary Clubs Dortmund-Romberg.

„Wir freuen uns, dass wir mit Lehramtsstudierenden der TU Dortmund den jugendlichen Flüchtlingen und Zugereisten emotionale und sprachliche Unterstützung bieten können“, sagt Prof. Dr. Bernd Ralle von der Fakultät für Chemie der Hochschule, zurzeit als Rotarier für Gemeindienst verantwortlich. Auch Prof. Dr. Gunter Thielen, Vorstandsvorsitzender der Walter Blüchert Stiftung, begrüßt die Zusammenarbeit: „Eine willkommene Unterstützung. Die deutsche Sprache ist für alle Neuankömmlinge die wichtigste Basis, um in unserem Lande Fuß zu fassen und wirklich anzukommen.“

Studentische Förderlehrer

Zehn Studierende des Lehramtes an der TU Dortmund, die vom Dortmunder Kompetenzzentrum für Lehrerbildung und Lehr-/Lernforschung (DoKoLL) ausgewählt wurden, sind jetzt als Studentische Förderlehrer im Einsatz – jeweils fünf Studierende der Sonderpädagogik mit dem Schwerpunkt Emotionale und Soziale Entwicklung und fünf Lehramtsstudierende mit dem Fach Deutsch und einem weiteren Fach.

Sie erhielten eine vorbereitende Ausbildung, bei der es im Schwerpunkt um Deutsch an der Grenze zwischen Fremd- und Zweitsprache ging, aber auch um das Thema Unterstützung bei Traumatisierung.

Fünf Tandems für 40 Schüler

Die fünf Lehrer-Tandems unterrichten ca. 40 Schülerinnen und Schüler zwischen 16 und 19 Jahren, also acht pro Gruppe, die zwar in lateinischer Schrift alphabetisiert sind, aber keine Vorkenntnisse in Deutsch haben. Angestrebt wird der Hauptschulabschluss nach Klasse 9. Für drei Tandems tragen die Rotarier die Kosten, für zwei das „angekommen“-Projekt. Organisiert wird diese Kooperation vom Verein „Dortmund steht zur Sprache“ (DOsS e. V.).

Ansprechpartner

Wer sich für weiterführende Informationen interessiert: Ansprechpartner für das Projekt "angekommen in deiner Stadt Dortmund" ist Wolfgang Euteneuer (weuteneuer@remove-this.stadtdo.de).
Für den Rotary Club Dortmund-Romberg ist es Prof. Dr. Bernd Ralle (bernd.ralle@remove-this.tu-dortmund.de),
für DOsS Dr. Elmar Winters-Ohle (elmar.winters-ohle@remove-this.tu-dortmund.de) sowie für das DoKoLL der TU Dortmund Dr. Bettina Seipp (bettina.seipp@remove-this.tu-dortmund.de).

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27 Oktober 2015

Share Network Conference “Protecting and Welcoming Refugees in Europe”

Brüssel/Gütersloh, 26.10.2015. – Auch wenn die Anfrage der International Catholic Migration Commission (ICMC) recht kurzfristig kann: Ingrid Kramer, Stellvertretende Vorstandsvorsitzender der Walter Blüchert Stiftung, machte sich gern zusammen mit Manfred Hagedorn, Bereichsleiter Regionales Bildungsbüro Dortmund, auf den Weg nach Brüssel, um bei der Share Network Conference des Committee of  the Regions der Europäischen Union das Programm „angekommen in deiner Stadt Dortmund“ vorzustellen.
Rund 100 Vertreter von Landesregierungen, aus Städten und Regionen europäischer Mitgliedsstaaten und deren Partner aus der Zivilgesellschaft trafen sich am 20. Oktober 2015  zur Abschlusskonferenz „Protecting and Welcoming Refugees responding to an Unprecedented Refugee Crisis“.
Verschiedene innovative Willkommens-Initiativen für Flüchtlinge in Europa wurden vorgestellt. Das Dortmunder Modell-Projekt „angekommen“, das die Walter Blüchert Stiftung gemeinsam mit der Stadt Dortmund und dem NRW-Schulministerium entwickelt hat, sei ein „ausgezeichnetes Beispiel“, heißt es im Einladungsschreiben.
„Neben zahlreichen – auch sehr kleinteiligen – Projekten konnten wir unser Programm ‚angekommen‘ als komplexen Betreuungsansatz präsentieren – ein innovatives Projekt, das die bereits vorhandenen Strukturen in Dortmund nutzt und sich insbesondere durch sein flexibles Beschulungsprogramm auszeichnet“, berichtet Ingrid Kramer.
Sie ist überzeugt: Das Dortmunder Vorbild von „angekommen“ lässt sich auch auf andere Städte und Kreise übertragen, um minderjährigen Flüchtlingen und Neuankömmlingen zwischen 16 und 25 Jahren bei der Integration in unser Bildungssystem zu helfen. Anfragen aus Münster, Bielefeld und Recklinghausen liegen bereits vor. „Je mehr Jugendliche eine Chance bekommen, persönliche und soziale Barrieren zu überwinden und am Leben in unserer Gesellschaft teilzuhaben, desto besser für sie und für uns alle“, sagt sie.
Kontakt:
Ingrid Kramer, E-Mail ingrid.kramer@walter-bluechert-stiftung.de; Tel. 05241-17949-10

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