Über uns

Sicherheit und ein passender Abschluss
für jeden jungen Neuankömmling

Das Programm angekommen richtet sich an unbegleitete Flüchtlinge und junge Zuwanderer zwischen 16 und 25 Jahren, die in Deutschland einen Schulabschluss machen und einen Beruf erlernen wollen. Egal, ob sie noch berufsschulpflichtig sind oder nicht. Das Projekt der Walter Blüchert Stiftung, des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stadt Dortmund bzw. der Stadt Münster ruht auf zwei Säulen: individuelle Unterstützung für einen schnellen Schulabschluss sowie Start in eine Berufsausbildung bei kontinuierlicher Begleitung und Betreuung an einem festen und sicheren Ort – auch nach dem Unterricht.

Ein maßgeschneidertes Bildungsangebot

Das heißt: Neben dem Unterricht in der Schule gibt es auch immer außerschulische Lern- und Freizeitangebote. Sie ergänzen den Unterricht, der im Idealfall in Spezialklassen mit nur 18 Schülern und wenn möglich in Co-Teaching mit Sozialpädagogen oder Fachleuten für „Deutsch als Fremdsprache“ stattfindet. Hier erlernen die Neuankömmlinge zunächst die deutsche Sprache, um danach die Schule mit dem bestmöglichen Abschluss zu verlassen und ins Berufsleben einzusteigen.

Während der gesamten Schulzeit werden die jungen Flüchtlinge und Zuwanderer äußerst individuell beraten und betreut. Schließlich müssen sie neben der für sie optimalen Schullaufbahn noch andere  Herausforderungen bewältigen: Sie müssen Erlebtes verarbeiten und zugleich einen Neustart wagen in einem Land, dessen Sprache sie nicht verstehen, in dem sie vielleicht nicht einmal die Straßenschilder lesen können und niemanden außer dem Betreuer des Jugendamtes kennen. Oft müssen sie um ihren Bleibestatus bangen. Oder es fehlen Zeugnisse, um sich ihren Kenntnissen entsprechend einstufen zu lassen.

Deutsch als Schlüssel

angekommen unterstützt sie dabei, sich hier ein selbstbestimmtes, zukunftsorientiertes Leben aufzubauen. Am Beispiel Dortmund: Jede Klasse funktioniert wie eine Gemeinschaftsschule im Kleinen.

In „ihrer Klasse“ sprechen sie anfangs in mindestens zehn verschiedenen Sprachen. Es finden sich mindestens genauso viele unterschiedliche Mentalitäten. Und unterschiedlichste Bildungsläufe – vom Analphabeten bis zum 11-Klässler. Dazu 18 Biografien, die kaum unterschiedlicher sein könnten: Geprägt von traumatisierenden Erlebnissen im Krieg, in dem sie ihre Eltern oder die ganze Familie verloren haben. Durch Verfolgung in der Heimat oder auf der Flucht. Oder auch geprägt von einem rigorosen Bruch im Leben, weil die Eltern keinen anderen Ausweg gesehen haben, als in ein anderes Land zu ziehen.

Was die Schüler eint, ist der Verlust der Heimat. Und das Wissen, dass Bildung und Sprachkenntnisse ihr wichtigster Schlüssel zu einer Zukunft in Deutschland sind.

angekommen öffnet ihnen dabei viele Türen – stete Weiterentwicklung und Neuorientierung sind ausdrücklich erwünscht. Dabei hilft die Durchlässigkeit, die für die angekommen-Idee so wichtig ist: Die Jugendlichen können während des normalen Schuljahrs sowohl innerhalb des Regelangebots als auch in „ihren“ speziellen Klassen das Niveau wechseln – oder sogar auf ein Berufskolleg mit anderer Ausrichtung. So versucht unser Programm, die individuellen Voraussetzungen und Begabungen jedes einzelnen Flüchtlings oder Neuankömmlings zu respektieren und zu fördern.

Ein geschützter Raum

Die Schüler verfügen meist über einen starken Überlebenswillen, weil sie es geschafft haben, sich gegen alle Widrigkeiten auf dem Weg nach Deutschland durchzusetzen. Zugleich brauchen sie ganz besondere Hilfe, die über das reine Bildungsangebot hinausgeht. Hier kommt die zweite Säule von angekommen zum Tragen: ein geschützter Raum für Begegnung und außerschulisches Lernen. In Dortmund zum Beispiel wurde in einer ehemaligen Hauptschule ein „Jugenderlebnishaus“ als Lern- und Begegnungspunkt geschaffen. Orte wie dieser sollen eine Alternative schaffen zu Asylbewerber-Heimen oder zentralisierter Unterbringung, in denen es oft schon wegen der vielen Menschen, der Enge und des Lärms schwerfällt, zu lernen. Zudem können sie hier ergänzend zum Unterricht Kurse und Arbeitsgemeinschaften besuchen. Jeden Nachmittag – und auch in den Ferien – kümmern sich Profis um die Jugendlichen.

Das „Jugenderlebnishaus“ als Lern- und Begegnungspunkt

Auch was nach Freizeit aussieht, ist Lernen: Wer mit dem Sozialpädagogen am Computer tüftelt, eignet sich wertvolles Vokabular für den künftigen Job an. Wer mit Betreuern und der Hausgemeinschaft zusammen kocht, kann bald ohne Probleme allein Einkaufen gehen. Wer einen Schwimmkurs besucht, knüpft wichtige Sozialkontakte.
 
Jedes Freizeitangebot, jedes persönliche Gespräch hilft den angekommen-Schülern, sich in Deutschland stärker zu Hause zu fühlen. Die Gemeinschaft im Jugenderlebnishaus soll sie dabei unterstützen, die Traumata der Gewalt, Flucht und Vertreibung zu bewältigen und emotionale Sicherheit in familienähnlichen Strukturen zu erleben, eine neue Heimat mit neuen Freunden zu finden, und sich eine Zukunft aufzubauen, damit ihre Ankunft sowohl für sie selbst als auch für ihre neue Heimatstadt zu einer Erfolgsgeschichte wird.

Für junge Flüchtlinge und Zugewanderte: Schule, die passt.