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Kommunikation | Silke Hanheide

12 November 2018

GIYLE-Teilnehmende und Mitarbeitende des Projektes „angekommen in deiner Stadt Bielefeld“ tauschen sich aus.

Besuch von GIYLE in Bielefeld

Zu Gast beim Projekt „angekommen in deiner Stadt Bielefeld“: Die Bertelsmann Stiftung besucht mit Teilnehmenden des Austauschprogramms „German-Israeli Young Leaders Exchange“ (GIYLE) den Verein BAJ und die Heinz Hunger Berufskolleg gGmbh in Bielefeld.

Die Führungskräfte informieren sich vor Ort darüber, wie abgestimmte und vernetzte Bildungsprogramme die Integration von zugewanderten Menschen fördern können. Das Flüchtlingsprogramm „angekommen in deiner Stadt“ wird von der Walter Blüchert Stiftung, dem Land NRW und der Stadt gefördert.

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24 Oktober 2018

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23 Oktober 2018

Besuch des DFB Fußballmuseums

Gemeinsame Gespräche aller Beteiligten

Der ehemalige Nationalspieler und Ex-BVB Profi im Gespräch mit einem geflüchteten Jugendlichen

Ein gemeinsamer Stadionbesuch zum Abschluss

Besuch einer Delegation aus England bei "Willkommen im Fußball"

Auf Initiative des Projektleiters von "angekommen in deiner Stadt Dortmund" ,Wolfgang Euteneuer, besuchte eine Delegation aus England das Fußballprojekt "Willkommen im Fußball" in Dortmund. 

Sowohl Vertreter vom FC Chelsea, Leicester City, FC Liverpool, Aston Villa, FC Middlesbrough, FC Fulham und Amnesty International London besuchten zunächst das Deutsche Fußballmuseum, anschließend das Trainingsgelände des TSC Eintracht Dortmund, auf dem 24 zugewanderte Jugendliche des Projekts "angekommen in deiner Stadt Dortmund" beim kicken beobachtet wurden. Am Spielfeldrand gab es interessante Gespräche zur Integration von zugewanderten Jugendlichen mit Patrick Owomoyela, dem ehemaligen Nationalspieler und EX-Profi des BVB, sowie mit Vertretern der drei Kooperationspartner.

Zum Abschluss des ganztägigen Besuchs wurde die Delegation spontan zu einer Stadionbesichtigung ins benachbarte BVB-Stadion eingeladen und nahm vielfältige Eindrücke mit nach England.

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23 Juli 2018

Klaus Banaszak und Wolfgang Euteneuer bringen angekommen-Teilnehmenden in Dortmund das Radfahren bei.

Junge Flüchtlinge wollen Deutschland etwas zurückgeben

Mit Anfang 60 könnte es Wolfgang Euteneuer eigentlich entspannt angehen lassen, sich um Familie und Hobbies kümmern. Aktiv war er schließlich lange genug: Erst als Fußballprofi beim VfL Bochum, später als Lehrer und Schulleiter in Dortmund. Aber zuhause rumsitzen, das ist nichts für ihn, sagt er. Er braucht Menschen um sich, und eine Aufgabe.

Seit knapp drei Jahren ist Wolfgang Euteneuer Leiter des Projekts „angekommen in deiner Stadt Dortmund“, das jungen, unbegleiteten Flüchtlingen im Alter zwischen 16 und 25 Jahren dabei hilft, in Deutschland eine neue Heimat zu finden. Viele von ihnen haben Krieg und Gewalt erlebt, sind unter dramatischen Bedingungen und Gefahr für Leib und Leben geflohen, haben Eltern, Geschwister und Freunde hinter sich gelassen und sollen sich nun in Deutschland zurechtfinden. Ohne familiäres Umfeld, ohne wärmendes Nest – oft ohne auch zu wissen, ob und wie lange sie hierbleiben können.

Rund 800 Jugendliche werden derzeit allein im Dortmunder „angekommen“-Projekt betreut, weitere „angekommen“-Standorte sind Münster, Bielefeld, Essen und Recklinghausen. Unter anderem die Stadt Dortmund, das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen und die Walter Blüchert Stiftung finanzieren das Projekt. Dazu gehören nicht nur die Stellen von Wolfgang Euteneuer und seinem Team, sondern auch „Adam´s Corner“, den Raum, in dem sich viele Jugendliche in ihrer Freizeit und für gemeinsame Aktivitäten treffen, außerdem ein umfangreiches Kurs- und Freizeitangebot. Es gibt – sehr begehrte – Deutschkurse, Schwimmunterricht (auch für muslimische Mädchen) oder Kochkurse, aber auch gemeinsame Exkursionen in den Düsseldorfer Landtag oder Projekte wie Möbelbauen oder "Aufbau des Computers". Auch hier zeigt sich, wie unterschiedlich die Voraussetzungen vieler „angekommen“-Teilnehmer sind: einige sind mit Computern und ihren Bauteilen bestens vertraut, andere haben noch nie mit einem Rechner gearbeitet.

Für die Jugendlichen besonders wichtig: ein großes Freizeitangebot

Das „angekommen“-Konzept ruht auf zwei Säulen: individueller Unterstützung, damit die Teilnehmer möglichst schnell einen Schulabschluss beziehungsweise eine Berufsausbildung absolvieren (denn in Deutschland gilt bis zum 18. Lebensjahr die Schulpflicht, auch für Flüchtlinge mit unsicherem Asylstatus), und kontinuierlicher Begleitung und Betreuung an einem festen und sicheren Ort, auch nach dem Unterricht. Gerade dieses Freizeitangebot, das zeigt sich in den Augen von Wolfgang Euteneuer immer wieder, ist in dieser Altersklasse besonders wichtig. Denn viele junge Männer und Frauen sind froh, nach dem Unterricht am Berufskolleg ihre Deutschkenntnisse weiter vertiefen zu können. Andere wollen gemeinsam kicken, sich bei der Berufsorientierung oder der Suche nach einem Praktikumsplatz unterstützen lassen. Und manche sind einfach froh, der Enge im Flüchtlingsheim, in dem sie sonst oft wohnen, für ein paar Stunden zu entkommen. In Adam´s Corner stehen ihnen die Türen immer offen.

Rund 70 Prozent der Programmteilnehmer in Dortmund sind junge Männer. Die meisten kommen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak, einige aus Somalia oder Eritrea. Sie haben überwiegend gute Bleibeperspektiven. Das „angekommen“-Team unterstützt sie gemeinsam mit den Lehrern ihrer Berufskollegs dabei, einen Schulabschluss zu machen und dann in die Ausbildung zu gehen: durch Praktika und Unternehmensbesuche, Angebote zur Berufsorientierung, und nicht zuletzt durch Kontakte zu Arbeitgebern und Ausbildungsbetrieben. Vor allem aber durch Begleitung und Motivation. Und durch Sensibilisierung für deutsche Gepflogenheiten. Denn: „Wie heißt es so schön: Die haben die Zeit und wir haben die Uhr“, frotzelt Wolfgang Euteneuer. In dem vielgehörten Spruch stecke doch eine Menge Wahrheit. So müssten er und sein Team vielen Jugendlichen erst klar machen, wie wichtig Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit sind, wenn man in Deutschland einen Schulabschluss schaffen oder einen Ausbildungsplatz ergattern will. Probleme zwischen den verschiedenen Landsleuten und Religionen gibt es übrigens gar nicht, vom repressiven Rollenbild einiger Herkunftsländer sei hier nichts zu spüren.

Viele schaffen den Sprung in Ausbildung und Beruf

Aber auch Deutschland kann von den jungen Menschen profitieren, da ist sich Wolfgang Euteneuer allen derzeitigen Diskussionen zum Trotz ganz sicher. Gerade angesichts des wachsenden Fachkräftemangels bieten sich sprachlich gut integrierten Flüchtlinge mit ordentlichem Schulabschluss gute Perspektiven. So haben vier seiner Schützlinge gerade eine Ausbildung zum Altenpfleger gestartet – ein Beruf mit bekanntermaßen riesigem Personalbedarf. „Unsere Schüler sind allesamt hochmotiviert, sie wollen lernen und arbeiten."

Das klappt – genauso wie bei manchen jungen Deutschen – natürlich nicht immer. Aber oft. Die meisten Jugendlichen aus dem Dortmunder Projekt machen ihren Weg. Sie empfinden Deutschland als ihre Heimat und sehen hier ihre Zukunft. Und sie wissen zu schätzen, was das „angekommen“-Team für sie tut und sind dankbar. „Wir wollen Deutschland etwas zurückgeben“, das hört Wolfgang Euteneuer durchaus öfter. Das rührt ihn. Und zeigt, wie wichtig es ist, sich für diese jungen Flüchtlinge zu engagieren. Wichtiger jedenfalls, als zuhause den Rasen zu mähen.

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29 Juni 2018

angekommen-Sommerfest mit vielen Attraktionen

Am Freitag, den 29.06.2018 war es mal wieder soweit. Das Lern- und Begegnungshaus Adam´s Corner lud zum diesjährigen Sommerfest auf dem Schulhof der alten Hauptschule im Westpark ein. Bei schönstem Wetter begrüßten die Mitarbeiter des Projektes „angekommen“, Schüler/-innen der einzelnen Berufskollegs sowie Mitgestalter und Kooperationspartner des Projektes.

In familiärer Atmosphäre entwickelte sich ein Nachmittag voller sportlicher und kultureller Angebote. Auch für das leibliche Wohl wurde gesorgt. Es gab unterschiedlichste Köstlichkeiten, wie z.B. alkoholfreie Cocktails, Waffeln oder Lahmacun. Einen außergewöhnlichen Kaffee konnten die Besucher am eritreischen Café genießen.

Das Besondere an diesem Sommerfest: Die Schüler/-innen organisierten und begleiteten die Angebote zum großen Teil selbst.

Zusätzlich stellte das Fanprojekt Dortmund e. V. einen Streetcourt zur Verfügung, auf dem die Schüler/-innen ihre fußballerischen Qualitäten auf engstem Raum unter Beweis stellen konnten. Auch für das Fanprojekt Dortmund e. V. stellte der Tag, anlässlich ihres 25-jährigen Jubiläums, einen Besonderen dar.

Weiterhin ermöglichten das Big Tipi und Jugend- und Kulturcafe Rheinische Straße (JKC) des Jugendamtes der Stadt Dortmund das Aufstellen einer riesigen Kletterwand, bei der Jung und Alt ihre aktuelle Fitness nachweisen konnten und dabei sichtlich Spaß hatten. Um das sportliche Angebot abzurunden, stellte der Stadtsport-Bund zusätzlich einen Parcours auf, in dem jedermann so richtig ins Schwitzen kam.

Daneben war es möglich, eigene Graffitibilder zu sprayen, welches vor allen Dingen bei den Schüler/-innen großen Anklang fand.

Des Weiteren konnten die Gäste des Sommerfestes Kunstaktionen sämtlicher Art genießen. Hier sind im Speziellen der Henna-Tattoo – Stand zu erwähnen.

Auf dem Schulhof entstand nachmittags spontan ein großer Sitzkreis, in dem mit professioneller Anleitung, mit afrikanischen Trommeln Musik gemacht wurde. Begleitet wurde dieser von Schülerinnen, die zusätzlich eine gesangliche Kostprobe darboten. Es wurde also auch richtig gefeiert.

 

Fotos: Matthias Hubert

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